Trainingsalternativen

Der gesunde Seitensprung

Anders als in der Liebe darf man Abwechslung im Sport ohne schlechtes Gewissen gönnen. Erstens weil es Spaß macht. Zweitens weil es dem Körper gut tut und Verletzungen vorbeugt. Wie wär's zum Beispiel mit Pilates, Yoga, Seilspringen oder Crossfit?

Grundlagen der Abwechslung

Warum brauchen wir Abwechslung?
So wie es den ersten Rausch in der Liebe gibt, so existiert er auch im Sport. Zum Beispiel beim Laufen.
Am Anfang ist alles bestens, man wird fitter, schneller, ausdauernder. Doch dann Routine und Stillstand. In der Tat zeigen Studien, dass in den ersten zwölf Wochen des Ausdauertrainings Einsteiger ihre Leistung beim Laufen rasant um 35 bis 40 Prozent verbessern können.
Aber dann sinkt die Anpassungsfähigkeit des Körpers praktisch auf null. Warum weitermachen, wenn ohnehin nichts mehr geht?
Zum Stillstand gesellt sich dann auch noch die fehlende Motivation und Langweile. Es besteht die realistische Gefahr, Trainingseinheiten auszulassen oder ganz die Lust am Laufen zu verlieren. In dieser Phase heißt es, rasch gegensteuern.

Welche Vorteile bringt Abwechslung im Training?
Bei Trainingsalternativen geht es nicht nur um neue Motivation und Leistungssteigerung, sondern vor allem auch um Schutz vor Überlastung und Verletzung. Jogger etwa laufen bei einseitigem Lauftraining Gefahr, dass sich Sehnen oder Gelenke entzünden.
Will man gesund laufen, muss man also mehr tun als nur laufen. Zum Beispiel die Rumpfmuskulatur trainieren. Sie stützt und stabilisiert den Körper beim Laufen und hält ihn aufrecht. Darüber hinaus sorgt sie für ökonomischere Bewegungen, wodurch das Laufen leichter fällt.
Welche alternative Sportart man sich dann aussucht, ist vor allem bei Hobbysportlern eher eine Frage des Geschmackes und der Freude. Vielleicht sollte man sich nicht gerade für Schachspielen entscheiden. Viel besser ist zum Beispiel Pilates.

Pilates - die sanfte Abwechslung

Wer seine Beweglichkeit erhöhen und den Rumpf stärken möchte, trifft mit Pilates eine gute Wahl. Das gilt sowohl für Frauen als auch für Männer. Beim Pilates wird der Körper quasi von innen heraus trainiert. Innen heißt, dass ein Schwerpunkt auf der tiefliegenden Muskulatur liegt. Sprich geniales Haltungs- und Wirbelsäulentraining, das auf sanfte Art auch die Beweglichkeit, Koordination, Kraft, Ausdauer und Körperwahrnehmung verbessert.
Besonderes Augenmerk wird auf das sogenannte Powerhouse gelegt, also die Körpermitte. Die Übungen werden präzise und in einem gleichmäßigen Bewegungsfluss ausgeführt, wobei auch die Atmung und die Veränderung alter Körpermuster eine wichtige Rolle spielen. Kurz gesagt: Pilates fordert Körper und Geist gleichermaßen und ist für jeden Menschen eine Alternative. Egal wie gut jemand trainiert ist. Ähnliches gilt für Yoga.

Yoga - die vielseitige Abwechslung

Yoga ist eine optimale Alternative für alle, die auch auf mentaler Ebene arbeiten wollen. Hier lauten die Ziele Entspannung, Gelassenheit und Steigerung des Wohlbefindens. Aber natürlich bekommt auch der Körper in Sachen Beweglichkeit, Koordination, Rumpfstabilität und Kraft einiges zu tun. Ob man mehr von dem einen oder anderen abbekommt, hängt ganz wesentlich von der gewählten Yoga-Art ab.

Denn es gibt sehr viele Varianten:
  • körperbetont wie Ashtanga Power-Yoga
  • schweißtreibende Bikram-Yoga bei 40° Celsius
  • meditativen Kundalini-Yoga

 
Wer jetzt meint, Yoga sei ein Alibisport und wäre etwas für Beckenrandschwimmer, hat es noch nicht ausprobiert. Denn Yoga kann Knochen durchaus zum Schmerzen und Schweiß in Strömen zum Fließen bringen. So manche Verrenkung erfordert bei Anfängern auch eine gewisse Härte gegen sich selbst. Hart kann auch das Seilspringen sein, eine weitere sportliche Alternative mit Suchtpotenzial.

Seilspringen - die effektive Abwechslung

Angeblich ist Seilspringen dreimal so effektiv wie Joggen. Pro Minute liegt der Kalorienverbrauch bei etwa 12 Kalorien, was in einer halben Stunde schon an die 400 wären. Womit 10 Minuten Springen einer halben Stunde Laufen entspricht. Die weiteren Fakten in Schnelldurchgang:
Regelmäßiges Schnurspringen fördert
  • Kondition
  • Koordination
  • Balance
  • Beweglichkeit
  • Geschicklichkeit
  • beugt Haltungsschäden vor
  • stärkt das Herz-Kreislauf-System, Arme, Schultergürtel, Rumpf- und Unterkörpermuskulatur
  Für Abwechslung und Kurzweile sorgen Musikbegleitung und unterschiedliche Springvarianten. Geübtere können das Seil auch zwei- oder sogar dreimal unter den Füßen durchschlagen. Sehr intensiv geht es auch beim Crossfit zu, dem wir uns am Ende widmen wollen.

Crossfit - die intensive Abwechslung

Wie beim Seilspringen haben wir es auch bei Crossfit mit einer sehr trendigen und abwechslungsreichen Alternative zu tun. Crossfit bezeichnet ein umfassendes Kraft- und Konditionstraining, bei der die Ganzheitlichkeit im Vordergrund steht. Entsprechend vielseitig sind die Übungen mit Ringen, Langhanteln, Kettlebells, Medizinbällen, Klimmzugstangen etc.

Gleich in zehn unterschiedlichen Bereichen steigt die Leistungsfähigkeit:
  1. Ausdauer
  2. Durchhaltevermögen
  3. Leistung
  4. Stärke
  5. Beweglichkeit
  6. Schnelligkeit
  7. Geschicklichkeit
  8. Balance
  9. Koordination
  10. Bewegungsgenauigkeit
Gerade für Anfänger empfiehlt sich die Begleitung durch einen ausgebildeten Trainer. Denn der Einsatz von Zusatzgewichten und die oft sehr schnellen Bewegungsausführungen bedeuten ein gewisses Verletzungsrisiko.


Womit eines klar ist: Ob Crossfit, Seilspringen, Yoga, Pilates oder eine andere Sportart: Möglichkeiten zur Abwechslung gibt es genug. Man muss sie nur ergreifen.

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